Fragen & Antworten

Wovon handelt das Buch?

Es handelt von einem Zeitreisenden - Stephan. Er ist für ein Projekt ausgewählt worden, das Menschen aus der Gegenwart in die Zeit des Dritten Reichs zurückschickt. Dort helfen sie unschuldig Verfolgten, den Nazis zu entkommen. Aber dieses Projekt steckt in Schwierigkeiten, und es läuft alles nicht mehr so reibungslos. Darum bekommen Stephan und sein Partner einen besonders riskanten Auftrag, der beweisen soll, welche Möglichkeiten noch in dem Projekt stecken.

Was war die Inspiration für den Roman?

Angefangen hat es mit dem Audiokommentar auf der DVD für Zurück in die Zukunft. Da sagt Robert Zemeckis, der Regisseur, dass die Ausgangsidee für den Film lautete: Könntest du dich mit deinem eigenen Vater anfreunden, wenn du ihn als Teenager kennenlernen würdest? Meine Reaktion darauf war: Naja, für einen Deutschen meiner Generation ist die viel entscheidendere Frage, ob ich meinen Großvater leiden könnte, wenn ich ihm 1943 begegnen würde. Daraus ist dann die Handlung entstanden. Aber man kann Zeitreisen als Genre natürlich nicht komplett neu erfinden. Die Idee, in der Zeit zurück zu reisen, um das Leben einfacher Leute zu verbessern, findet sich natürlich in der Serie Quantum Leap (deutsch Zurück in die Vergangenheit). Darum habe ich diese Serie im Buch auch erwähnt - ich wollte mich nicht mit fremden Federn schmücken. Und die großartigen Zeitreise-Geschichten von Connie Willis (Die Jahre des Schwarzen Todes, Die Farben der Zeit, Brandwache) haben sicherlich auch ihre Spuren hinterlassen, auch wenn sich das vielleicht weniger aufdrängt.

Es ist also ein Science-Fiction-Roman?

Ja, definitiv, aber die Bezeichnung kann zu einer falschen Vorstellung führen. Es kommen keine Raumschiffe im Buch vor! Aber es gibt insofern ein starkes Science-Fiction-Element, als die Mechanik des Zeitreisens, die ich mir ausgedacht habe, die Entscheidungen der Charaktere innerhalb der Geschichte stark beeinflusst. Aber es ist außerdem sicher ein Abenteuerroman - ich habe beim Schreiben der Action-Sequenzen oft an Indiana Jones als Vorbild gedacht.

Hat das Buch ein übergeordnetes Thema?

Ich glaube, es geht sehr um die "Enkelgeneration", der ich auch angehöre, und unsere Gefühle unseren Großeltern gegenüber und um die Fragen, die wir uns stellen - oder gestellt haben, denn leider stirbt die Generation unserer Großeltern ja im Moment aus. Wir mussten für uns selbst irgendwie unter einen Hut bringen, dass diese oft lieben, fürsorglichen Menschen im Krieg auf der falschen Seite standen und womöglich schlimme Dinge getan haben. Wie geht man damit um? Stephan, die Hauptfigur in meinem Buch, geht damit um, indem er sich genau anguckt, wie es im Einzelfall wirklich war.

Trägt das Buch autobiographische Züge?

Ja, ich bin selbst ein Zeitreisender und komme gerade von 1943 zurück. Scherz beiseite: Die Figuren sind allesamt komplett frei erfunden und die Handlung zu 99 Prozent auch. Mein eigener Großvater war allerdings tatsächlich im Zweiten Weltkrieg bei der Marine und hat davon auch schon mal erzählt. Insofern hatte ich das Gefühl, mich in diesem Milieu noch am ehesten auszukennen. Quasi aus Faulheit spielt daher die zweite Hälfte des Buchs am Wasser.

War es schwer, über eine Zeit zu schreiben, die man nicht selbst erlebt hat?

Ja, total. Und ich bin mir sicher, ich habe Fehler gemacht, auch wenn mein Großvater das Buch Korrektur gelesen hat und mir versichert hat, das alles stimmt. Man muss auf so viele kleine Dinge achten. Ich habe viele Bücher gelesen, aber auch viele Filme angesehen - in der Hoffnung, dass die Filmemacher schon aufwändiger recherchiert haben werden als ich. Das Boot war da natürlich dabei, aber auch Corellis Mandoline, Sophie Scholl - Die letzten Tage, Casablanca und Agenten sterben einsam. Sehr unterschiedliche Filme…

Der Roman ist bei NaNoWriMo entstanden. Was heißt das?

NaNoWriMo ist so eine Art kollektive Motivationsübung über das Internet: Jedes Jahr im November versuchen unzählige Menschen, jeweils 50.000 Wörter zu schreiben. Dabei kann man sich in Foren austauschen und gegenseitig anspornen. Das ist eigentlich schon alles, aber es ist erstaunlich, wie sehr das helfen kann, wenn man von Natur aus faul ist. Ich habe Die Reise im Elmsfeuer 2007 bei NaNoWriMo geschrieben und in den Jahren danach immer wieder mal angepackt und überarbeitet, bis mir das Buch schließlich gefiel.

Warum gibt es das Buch nur als e-Book für den Kindle und nicht gedruckt?

Weil es bisher niemand drucken wollte. Es ist thematisch sehr speziell - welcher Verlag veröffentlicht schon noch viel deutsche Science Fiction? Daher ist es für mich als Autoren schwer abzuschätzen, ob das Buch tatsächlich wirtschaftlich uninteressant ist oder ob einfach keine Infrastruktur im deutschen Markt für dieses Genre existiert. Also dachte ich mir, ich lasse einfach die Leser selbst entscheiden. Amazons Programm für unabhängige Autoren bot sich da an.


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